Angelurlaub mit Knurris Angeltouren am Velfjord / Nordnorwegen

09.10. - 18.10.2009

 
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Am 9.10. ging es endlich los. Eine Woche angeln stand an. Knurri, von Knurris Angeltouren, holte mich mit seinem Sprinter und weiteren Angelverrückten an der Tankstelle in Bandenitz an der A24 ab.
Die Fahrt führte uns über die Fähre Puttgarden – Rødby nach Dänemark, über die Öresundbrücke nach Schweden und weiter die Autobahn entlang über Oslo und  Trondheim nach Hommelsdø am Velfjord. Geplant waren etwa 24 Stunden Fahrzeit, doch mitten in Norwegen wurde es über Nacht plötzlich eisig kalt. Minus 10°C standen auf dem Thermometer und zu allem Übel setzte auch noch starker Schneefall ein, so dass unsere eigentlich geplanten letzten 3 Stunden Fahrzeit, plötzlich 6 Stunden dauerten.
So kamen wir gegen 11 Uhr am „Velfjord Angelcamp“ an, wo wir von unserem Vermieter Sigmund schon erwartet wurden.
Nun kam, was bei allen Norwegen / Angelreisen üblich ist, Auto auspacken, Angeln klar machen und zur ersten Erkundungstour in See stechen.
Knurri teilte uns ein 18 Fuß Boot mit 40 PS Suzuki Motor zu. Wir - Thomas, Paul und ich -räumten das Boot ein und los ging es. Knurri folgte uns mit seinem Boot, welches hier vor Anker liegt und hatte die anderen beiden Mitfahrer dabei. Per und seine Tochter Shirly.
Die Angelfahrt sollte am ersten Tag nur kurz sein, um die Boote kennen zu lernen, aber natürlich ging es nicht ohne angeln.
Kalt war es und geregnet hat es auch hin und wieder, also nicht das optimale Wetter um lange auf dem Wasser zu bleiben. Trotzdem gab es schon zwei Fische zum Mitnehmen. Der eine kam bei Knurri in das Boot, wo Per sich über einen schönen Dorsch freute und ich konnte auch meinen ersten Norwegen Dorsch in diesem Jahr landen. So hatte jedes Boot einen Fisch gefangen und der Angeltag war wegen des immer stärker werdenden Regen zu Ende.
Im Camp angekommen, waren die beiden Fische schnell versorgt und die Sachen zum Trocknen aufgehängt.
Der Rest des Tages bestand aus relaxen und Erholung von der langen Reise.
Morgen soll der erste richtige Angeltrip Richtung Meer gehen. Wenn der Wind mitspielt hoffen wir dort auf den einen oder anderen größeren Fang.
 
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11.10.
Um 6 Uhr fing Knurri an mit den Tassen zu klappern, das war für alle anderen das Zeichen jetzt endlich aufzustehen, denn der Kaffee war fertig und Frühstück stand auf dem Tisch.
Der erste Blick aus dem Fenster zeigte mir, dass die Nacht verdammt kalt gewesen sein muss. Auf der kleinen Fjordbucht und in unserem Hafen schwammen Eisschollen auf dem Wasser. Ein kurzer Gang zum Boot, wo wir den Benzintank geholt haben, bestätigte diesen Eindruck.
Nach dem Frühstück mussten wir nur noch Benzin holen, die Boote bestücken und los ging´s.
Das Wetter war schön, Wind war kaum bis nicht vorhanden und so fuhren wir Richtung Meer. Am Fjordausgang, auf einem Plato ließen wir das erste Mal unsere Pilker zum Grund hinab, aber der Erfolg wollte sich nicht gleich einstellen. Alles was wir fangen konnten waren kleine Seelachse. Erst später bei der dritten Drift hatte ich plötzlich einen starken Biss, nach einem anstrengenden und etwas längeren Drill bei 80 Meter Wassertiefe, konnte ich dann einen schönen Pollack von etwa 90 Zentimeter in das Boot heben.
Die weiteren Driften an dieser Stelle brachten aber keinen Erfolg mehr, so dass wir anfingen andere Stellen im Fjord zu beangeln.
Der Erfolg wollte sich aber trotzdem nicht so richtig einstellen, hier fingen wir mal einen Dorsch, dort mal einen Lumb. Das einzige was massig an die Haken ging, waren kleine Seelachse die alle wieder nach Hause schwimmen durften.
Als nach der Mittagszeit immer noch nicht viel ging und wir auch nicht so richtig wussten wo wir noch hin sollten beschlossen wir Richtung Heimathafen zu fahren und unterwegs noch einige Stopps einzulegen.
Gebracht hatten diese Stopps leider alle nichts. Es waren richtig gute Stellen dabei, wo im Sommer bestimmt der eine oder andere Fisch zu fangen gewesen wäre, aber im Oktober ist das offensichtlich nicht so einfach.
Am späten Nachmittag, eigentlich kurz vor dem Abhupen, hatten wir dann noch einmal eine Fjordbucht angesteuert. Dort  wollten wir ein letztes Mal für diesen Tag versuchen, große Fische zu fangen.
Gleich bei der ersten Drift kamen wieder die üblichen Babyköhler an die Haken, doch plötzlich war Thomas seine Angelrute krumm wie ein Flitzbogen. Shit, Hänger war mein erster Gedanke aber plötzlich fing der Hänger an sich zu bewegen. Die Rutenspitze wollte immer in den Fjord eintauchen und Thomas versuchte das zu verhindern. Zehn Minuten später hatte Thomas aus 90 Meter Wassertiefe eine Dorschdoublette nach oben gepumpt, welche wir mit zwei Landungshilfen in das Boot heben konnten. Da strahlte der Thomas bis an die Ohren, zwei richtig gute Dorsche waren nun sein.
„Hier gibt es Fische, hier bleiben wir noch ein wenig“ darüber waren wir uns einig und so machten wir noch einige Driften an dieser Stelle. Nachdem Thomas dann noch einen weiteren großen Dorsch gefangen hatte und auch Paul endlich seinen großen Dorsch hatte,sind wir nach einem langen Tag auf dem Fjord nach Hause gefahren.
Erschöpft wie wir waren, mussten noch die Fische filetiert werden und dann war endlich Feierabend und wir konnten den Tag bei einem guten Essen und Bier ausklingen lassen.
Gefangen hatten wir 5 Dorsche in beachtlichen Größen, 4 mittelgroße Lumben und einen großen Pollack.
Eine Stunde nach uns ist dann auch Knurri mit seiner Besatzung in den Hafen eingelaufen und auch dort waren einige gute Dorsche in der Kiste.
Petri Heil, für den ersten Tag, nicht schlecht und morgen geht’s weiter.
 
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12.10.
Heute sind wir etwas später aufgestanden, eine Stunde durften wir länger schlafen. Nach dem Frühstück waren wir dann noch schnell Benzin kaufen und dem Coop Markt haben wir auch einen kurzen Besuch abgestattet.
Dann ging es aber wieder auf den Fjord. Das angeln ging heute sehr gut, weil wieder nicht viel Wind war, nur leider wollten die Fische nicht so wie wir es uns gewünscht haben. Den ganzen Tag haben wir alles versucht, verschiedene Stellen beangelt, Naturköder geschleppt und gepilkt, aber die Fische fanden irgendwie nicht den Weg zu unseren Haken. Jedenfalls nicht die Fische, die man nach Hause mitnehmen kann. Erst spät am Nachmittag kurz vor dem Heimfahren hatten wir an der Stelle, wo wir gestern schon die großen Dorsche hatten, Glück. Einige mittelgroße Dorsche, Wittlinge und Schellfische konnten wir in die Fischkiste legen.
Hoffentlich wird es morgen besser. Wir haben ja noch 3,5 Tage.
Das Highlight des Tages waren Seeadler die wir beobachten konnten.
Wir hatten einen zu kleinen Rotbarsch gefangen der es leider nicht schaffte nach dem zurücksetzen wieder abzutauchen. Die Möwen trauten sich an den stacheligen Kameraden nicht heran so das der kleine eine ganze Weile an der Wasseroberfläche herumtrieb. Plötzlich schwebte über unseren Köpfen ein junger Seeadler ein der vorhatte sich den kleinen roten zu holen. Zum Glück hatte ich gerade die Kamera in den Händen so das ich davon auch ein paar Fotos schießen konnte. Einen Augenblick später gesellte sich sogar noch ein zweiter Adler dazu und die beiden fingen an sich um den kleinen Fisch zu balgen. Das war ein herrliches Schauspiel.
 
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13.10.
Der erste Blick aus dem Fenster ließ uns vermuten, dass es die Nacht extrem kalt gewesen sein muss. Ein Blick auf das Thermometer bestätigte diesen Eindruck. -7 Grad Celsius standen da und als wir im Hafen ankamen guckten wir nicht schlecht. Auf der gesamten Bucht lag eine dünne Eisdecke. Aber was soll´s , wir sind ja nicht so weit gefahren um in der Stube vor dem Kamin zu sitzen, also sind wir wieder in die warmen Klamotten gestiegen und zum angeln gefahren.
Das Auslaufen gestaltete sich dann doch etwas schwieriger als gedacht, denn das Eis war ganz schön dick. Trotzdem haben wir es geschafft in langsamer Fahrt die zugefrorene Bucht zu verlassen.
Der Plan war heute aus dem Velfjord heraus zu fahren, um in Meeresnähe zu fischen. Leider brachte das nicht den angestrebten Erfolg. Wir angelten den ganzen Vormittag und hatten neben kleinen Seelachsen nur zwei kleine Lumbis. Auf dem Rückweg gen Heimat haben wir noch einige Stopps eingelegt und den einen oder anderen Dorsch gefangen, aber die großen Fangerfolge wollten sich auch heute noch nicht einstellen.
Knurri hatte mit seiner Besatzung etwas mehr Glück und einige schöne Dorsche in die Kiste gelegt. Shirly hatte sogar einen Dorsch von einem Meter Länge dabei. Da sieht man mal was der Heimvorteil so ausmacht.
Den Abend haben wir nach einem deftigen Eisbein und Schnitzelessen ruhig ausklingen lassen.
 
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14.10.
Hier in der Gegend soll es sehr große Pollack geben, sagt Knurri.
Das wollten wir heute ausprobieren und sind nach dem Frühstück in den Okfjord gefahren. Dort befindet sich ganz am Ende des Fjordes eine steile Felswand die auch unter Wasser im Fjord steil in die Tiefe geht. Dort haben wir mit Gummifischen, etwa 10-20 Metern vor dem Felsen entlang, unsere Gufis aus dem langsam fahrenden Boot durch das Wasser geschleppt.
Es dauerte auch gar nicht lange, da konnte Shirly in Knurris Boot den ersten großen Pollack landen.
Wir schleppten weiter an dieser Felswand und plötzlich hatte ich auch einen Biss. Mir war sofort klar, dass da am anderen Ende meiner Schnur ein richtig dicker Fisch um sein Leben kämpfte. Meine ShogunZ Spinnrute bog sich wie ein Flitzbogen bis zur Wasseroberfläche und die 0,06mm geflochtene flog nur so von der surrenden Rolle. Das hin und her dauerte eine ganze Weile. Am Anfang bekam der Fisch soviel Schnur wie er haben wollte, aber so langsam gewann ich die Schnur zurück. Die Fluchten wurden immer kürzer und nach zirka 10 Minuten konnte ich einen  Pollack von 91 Zentimeter und 8,5 Kilo über die Bordwand heben.
Was für ein Gefühl, der Tag war für mich gelaufen, denn ich hatte meinen großen Fisch gefangen den ich in diesem Urlaub haben wollte. Der Pollack war zwar etwas kürzer als der vom ersten Tag, aber dafür viel dicker und kräftiger. An einer Spinnrute macht so ein Drill ja auch extrem Spaß.
Angestachelt von dem schönen Fisch schleppten wir noch einige Male vor diesem Felsen entlang. Nach einiger Zeit hatte dann auch Paul noch einen super Biss. Leider konnte sich der Fisch wieder vom Haken befreien und abhauen. Schade denn Paul hätte sich ganz sicher auch über einen großen Pollack gefreut. Aber was soll es, morgen ist noch ein Tag und da wollen wir wieder an diese Stelle fahren.
 
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15.10.
Ich bin durch ein ewiges und gleichmäßiges leichtes Trommeln am Morgen aufgewacht. Was ist das für ein Geräusch? Als ich dann aufgestanden war und aus dem Fenster sah war alles klar. Es hatte in der Nacht angefangen zu regnen. Schade, aber was soll es. Wir hatten bis jetzt so viel Glück mit dem Wetter da können wir auch mit etwas Regen leben. Angeln sind wir natürlich trotzdem gefahren.
Heute sind wir wieder in den Okfjord gefahren, um mit Glück noch einmal so einen großen Pollak zu fangen. Doch wie so oft, kommt es immer anders als man plant oder hofft. Die Fische wollten heute überhaupt nicht beißen. Paul hatte zwar ganz schnell einen schönen Dorsch am Gummifisch und einen Augenblick später hatte auch ich das Glück einen Dorsch zu fangen, aber das war es dann. Das Einzige was zunahm, war der Regen. Im anderen Boot bei Knurri, Peer und Shirly lief es auch nicht besser. Viele kleine Dorsche und Seelachse die alle wieder schwimmen durften waren der Fang.
Genervt von dem Regen, der immer schlimmer wurde, sind wir schon sehr früh nach Hause aufgebrochen, denn der Regen hatte inzwischen auch irgendwie den Weg unter unsere Anzüge und in die Stiefel gefunden. Zu filetieren gab es ja nicht viel und so saßen wir ganz schnell in der warmen Stube. Das war eine Wohltat.
Den Rest des Nachmittags haben die meisten mit einem Mittagsschläfchen verbracht und am Abend haben wir, wie jeden Abend, gemütlich zusammen gesessen und über alles Mögliche gesabbelt.
 
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16.10. – letzter Tag
Am heutigen letzten Tag wollten Thomas, Paul und ich noch einmal versuchen für ein paar Stunden Fische zu fangen, während Knurri mit seinen Leuten nach Bronnøysund gefahren war, um durch den Ort zu schlendern und auf dem Rückweg noch ein wenig in der Natur zu wandern.
Wir wollten heute nicht mehr weit fahren, denn nach dem angeln stand ja noch das Bootputzen und Sachenpacken an und haben gleich in der ersten großen Bucht geangelt. Dort befindet sich ein Steinbruch wo im Frühjahr und Sommer sehr viele und große Steinbeisser gefangen werden. Leider waren die Stonies aber schon alle verschwunden, so dass wir auch heute nur noch Kleinkram fangen konnten und letztlich ohne Fisch wieder reingefahren sind. Zum Glück hatte es heute wenigstens nicht mehr so lange und ausdauernd geregnet, wie gestern noch. Vor einigen Schauern blieben wir trotzdem nicht verschont. Später haben wir dann noch wie schon erwähnt das Boot klar gemacht, unsere Angelsachen gereinigt und getrocknet und alles für die Heimreise gepackt.
 
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17.10. – Rückreise
Um halb sechs klingelte der Wecker. Nach dem Frühstück haben wir die restlichen Klamotten im Auto verstaut und pünktlich um 6:35 Uhr fuhren wir vom Hof Richtung Heimat.
Der viele Schnee, der uns auf der Anreise noch so viel  Probleme bereitet hatte, war zum Glück in der Zwischenzeit wieder getaut, so dass wir sehr schnell vorankamen. Abends gegen 20 Uhr überquerten wir die Grenze nach Schweden und früh morgens um 5 Uhr wurde ich bereits am Ausgangspunkt meiner Reise in Bandenitz abgesetzt, wo meine liebe Frau schon auf mich gewartet hat.
 
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Rückblickend auf die letzte Woche muss ich sagen, dass es ein toller Urlaub war.
Wir waren zwar ein zusammen gewürfelter Haufen von Anglern und Norwegenfreunden und kannten uns vorher gar nicht, passten aber von der ersten Minute an super zusammen.
Dazu, der von Knurri super organisieret reibungslose Ablauf der gesamten Reise, rundeten das Ergebnis ab. Die Fischfänge hätten etwas besser sein können, aber wir wussten vorher, dass das erfolgreiche Angeln um diese Jahreszeit sehr schwer werden wird.
Was soll es, wir hatten große Pollak, einige Dorsche und Lumbis und größtenteils ganz tolles Wetter.
 
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Vielen Dank Knurri, Thomas, Paul, Per und Shirly für die schönen Tage mit euch.

 
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(c) 2009 Meeresangler-Schwerin

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