Varaldsöy - Norwegen im August 2002

 

Bericht über unsere Norwegenreise vom 28. Juli bis 14. August

Wir 4 Schneiders und eine befreundete Familie haben beschlossen, dieses Jahr an den Hardangerfjord zu reisen.

unser Ferienhaus

Bei Elchferien fanden wir ein sehr schönes Haus auf der Insel Varaldsöy. Die Insel liegt ziemlich weit im Hinterland des Fjordes, was aber die Fangerfolge nicht schmälern sollte. Ganz im Gegenteil, wir haben so erfolgreich gefischt, wie noch nirgends in Norwegen. Wir fingen Leng, Lumb, Steinbeißer, Flügelbut in beachtlichen Größen und noch viele weitere Fische wie Heilbutt, Schellfisch, Köhler, Wittling, Rotbarsch usw.

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Das Haus in dem wir wohnten war sehr komfortabel ausgestattet, mit allem was man im Urlaub benötigt. Es stand an einem Hang mit Blick auf den Fjord und den Folgefonn Gletscher. Dazu gehörte ein Boot mit einem 10 PS Motor.

Unsere Anreise verlief sehr gut, wenn man mal von der großen Hitze absieht. Wir fuhren mit dem Auto nach Hanstholm um von dort von der Fjord Line nach Bergen gebracht zu werden. Von Bergen war es dann nur noch ein Katzensprung bis nach Varaldsöy. Da wir sehr zeitig unser Haus beziehen konnten haben wir dann natürlich sogleich unser Angelzeug startklar gemacht. Allerdings wollten wir nach der Anreise nicht gleich auf den Fjord fahren. Wir nahmen aber unsere Spinnruten und gingen in unserem „Yachthafen“ blinkern. Köderbeschaffung war angesagt und es funzte auch gleich sehr gut. Die Makrelen bissen sehr gut auf die silbernen Mefoblinker die ich dabei hatte. Das war auch besser so, denn draußen auf dem Fjord war nicht eine Makrele zu fangen, wie sich später herausstellen sollte. Ich vermute mal, dass es an den Tümmlern lag, die wir ständig im Fjord sichten konnten.

Gut versorgt mit ein paar Ködermakrelen sollte es nun am nächsten Tag losgehen, den Fjord von seiner fischreichen Seite kennen zu lernen. Wir fuhren am Vormittag erst mal mit unseren Kindern hinaus. Natürlich war es erst mal wichtig den Motor und das Boot kennen zu lernen, darum fuhren wir nicht gleich so weit weg. Mit den Kindern sollte es aber auch erst mal nur ein  

antesten werden, denn es war gerade Ebbe und die nächste Flut kam erst am Abend. Trotzdem fingen wir schon gleich einen stattlichen Leng und ein paar kleinere Schellfische. Das fängt ja ganz gut an dachte ich. Nach 3 Stunden hatten die Kinder dann keinen Bock mehr und wir kehrten in unser Heim zurück wo unsere Mamas schon was nettes zu Essen bereit hielten. Aber zur nächsten Flut wollten mein Kumpel Matthias und ich natürlich wieder auf dem Wasser sein. Das war klar. Gut gesättigt und ausgeruht ging es dann wieder los. Dieses mal fuhren wir auch gleich etwas weiter weg. An eine Stelle, die ich mir zu Hause schon auf der Seekarte ausgesucht hatte. Ein Plateau vor der Insel Silda, welches Wassertiefen zwischen 50 und 90 Meter aufwies. Bei wechselndem Untergrund, von felsigen Kanten und Löchern, bis zu sandigem ja manchmal fast schon schlammigen Grund, war dort alles vorhanden. Rings herum um dieses Plateau fiel der Grund ab, bis auf teilweise über 600 Meter. Genau auf diesem Plateau und den Kanten rings herum sollten wir in den kommenden zwei Wochen mehrere unserer persönlichen Rekorde brechen.

ein schöner Flügelbutt

An diesem ersten Angelabend fing ich auch gleich meinen größten Flügelbutt. Überhaupt schein das Gebiet sehr gut mit Flügelbutt bestückt zu sein. Wir fingen in der Zeit täglich große und auch kleinere Flügelbutt. Zu diesem einen Flügelbutt gesellten sich auch ganz schnell zwei Leng um die 80 Zentimeter in meine Fischkiste. Da die Makrelen immer weniger wurden und der Tag sich so langsam dem Ende neigte, wollten wir dann bald zurück. Aber kurz vor dem letzten hochkurbeln hatte ich plötzlich noch einen starken Biss. Ich dachte erst ich hätte einen Hänger aber plötzlich zappelte da etwas am anderen Ende der Leine. Wieder ein Leng? Nein das kann nicht sein denn ein Leng versucht nur am Grund zu flüchten. Dieser Fisch aber musste durch sämtliche Wassertiefen gedrillt werden.

Was kann das sein? Nachdem ich nun meine 90 Meter abgelassene Schnur wieder auf der Rolle hatte erschien eine große weiße Platte neben dem Boot. Oh Mißt, ein Heilbutt. Und was für einer. Ich schätze so um die 80 bis 90 Zentimeter war das Teil groß. Hektik war angesagt denn mein großes Gaff hatte ich noch gar nicht dabei, also musste mein kleines Handgaff reichen. Mit diesem Hangaff habe ich dann wohl einen Knochen erwischt oder was weis ich, jedenfalls konnte der Butt nicht gelandet werden. In diesem Moment setzte er noch einmal zu einer letzten Flucht an. Zu meinem Bedauern hatte der böse Butt sogar Erfolg und ich konnte einen leeren Angelhaken ins Boot heben. Sch........e!!!!!!!!!!

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Am zweiten Tag haben wir erst eine Wanderung auf der Insel unternommen. Wir sind auf die Berge der Insel gewandert und haben  dort oben die tolle Aussicht auf den Hardangerfjord und den Gletscher genießen können. Das ist einfach nur schön, bei so schönem Wetter und guter Sicht, Norwegen von oben zu sehen. Obwohl ich auch sagen muss, dass es nicht sehr angenehm war bei den Temperaturen von 25°C die Berge hoch zu laufen.
Abends mit auflaufendem Wasser bin ich mit Matthias natürlich wieder angeln gefahren. Makrelen hatten wir uns am Morgen schon geblinkert und so konnte es nach dem Essen gleich los gehen. Heute wollten wir mal nicht auf dem Plateau angeln, sondern haben die Kante zum tiefen Wasser Richtung Varaldsöy befischt. Die Drift war ganz angenehm. Nicht zu wenig und auch nicht zu doll. So konnten wir locker mit 400 Gramm bis 120 Meter Wassertiefe angeln. Noch tiefer als 120 Meter haben wir auch das eine oder andere mal versucht, aber wo wir auch immer ins tiefe Wasser gefahren sind, haben wir nur Mulsch und Modder vorgefunden. Die Bleie sind immer richtig eingesackt.
An diesem Tag haben wir nun eine Strecke gefunden wo wir uns auf 1Kilometer Drift von 47 Meter bis auf 120 Meter Tiefe treiben lassen konnten. Das war Dank der vielen Steinkanten und Löcher sehr erfolgreich. Neben dem üblichen Flügelbutt hatten wir noch 11 starke Leng zwischen 60 und 90 Zentimeter und ein paar mittelgroße Schellfische in unser Kiste packen können.
Gefischt haben wir an diesem Tag, so wie auch für den Rest der gesamten Zeit, ausschließlich mit Naturköderschleppmontage als Nachläufer mit den üblichen Messingröhrchen. Bei der Vorfachgestaltung haben wir unserer Fantasie freien Lauf gelassen.  Mal fischten wir mit Spinn-N-Glow vor dem Haken mal mit Lille Corkys und Spinnerblättchen.

Aber auch ein einfacher 7,0er Haken mit lecker Makrelenstückchen war sehr erfolgreich.
Nachdem wir dann noch eine geschlagene Stunde im Hafen Fische filetiert hatten, konnten wir den Tag bei einem gemütlichen Bierchen ausklingen lassen.

Auf dem Kartenausschnitt könnt Ihr die Stellen sehen die wir hauptsächlich beangelt haben. Im roten Kreis befindet sich die Strecke (Kante) die wir an diesem Tag und auch später noch erfolgreich befischt haben. Im grünen Sektor ist das sogenannte Plateau und im lila Sektor haben wir auch hin und wieder erfolgreich geangelt. Immer dann wenn der Wind oder die Strömung zu stark wurden hatten wir hinter dieser Insel Schutz gesucht und auch gefunden. Das wir dann dort auch noch größere Lumb fangen konnten war natürlich sehr schön.
Unser Ferienhaus stand in Gjuvdal unten links auf der Karte in der langen Bucht.

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Den ersten Ausflug von unserer Urlaubsinsel wollten wir zum Sommerschiegebiet bei Jondal auf dem Folgefonngletscher unternehmen. Am frühen Morgen ging es los mit der Fähre von Varaldsöy nach Gjermundshamn. Dann folgte eine Stunde Autofahrt am wunderschönen Hardangerfjord entlang, bis wir mit einer weiteren Fähre nach Jondal übersetzen konnten. Von dort aus ging es nur noch bergauf. 10 Kilometer sind wir eine Serpentinenstrasse durch eine herrliche Berglandschaft gefahren, bis wir mitten im Schnee unser Auto parken konnten. Das ist schon ein irres Gefühl, mitten im Sommer bei 25 Grad im Schatten eine Schneeballschlacht zu machen und auf der Piste tummeln sich die Schiefreaks. Ach wie gerne wäre ich auch einmal dort runter gefahren.  Nur leider konnte ich keinen Schieverleih oder ähnliches ausmachen. Also musste es beim wandern bleiben.

 

 

 

Im Sommer im Schnee toben ist etwas ganz besonderes!

ui war das kalt

Die Norwegische Bergwelt ist fantastisch!

Aber auch die Wanderung durch die herrliche Bergwelt hat uns großen Spaß gemacht. Besonders für die Kinder war es ein Gaudi über die Felsen zu klettern. Das Highlight war in einem kleinen „Teich“, gefüllt mit eisigem Gletscherwasser, die Füße zu baden. Leute ich kann euch sagen, das war irre kalt. Länger als 15 Sekunden konnte man es nicht ausgehalten. Brrrr..... war das kalt!

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So ganz ohne angeln durfte der Tag natürlich nicht enden, denn wir brauchten noch Makrelen für den nächsten Tag. Da wollten wir früh Morgens um 4 auf dem Fjord sein, um bei einigermaßen kühlen Temperaturen und auflaufendem Wasser noch ein paar Leng und Co zu fangen. So blinkerten wir uns 6 Makrelen und ließen den Tag bei gegrillten Fleisch und Würsten ausklingen.
Um 3:30 Uhr klingelte der Wecker. Draußen war es noch etwas dunkel und wir machten uns auf, einen schönen Angeltag zu erleben. Anfangs hatten wir keinen Wind und absolut keine Drift. Das ist natürlich Gift für den Meeresangler und demzufolge hatten wir außer einem Flügelbutt auch keine Bisse. So gegen 7 Uhr kam plötzlich der Wind und mit ihm die Drift. Teilweise war der Wind gleich so heftig, dass ein angeln ohne Driftsack nicht möglich war. Aber den hatte ich ja dabei und so war es alles kein Problem. Schnell suchten wir die Kante westlich des Plateaus auf. Dies mal ging die Drift aber genau anders lang, als beim letzten mal. Da sind wir noch vom flachen in das tiefe Wasser gedriftet. Jetzt ging es bergauf.

der erste Steinbeißer

Das hatte natürlich eine Menge Hänger zur Folge. Wir hatten aber im gesamten Urlaub das Glück, dass sich fast alle Hänger spätestens beim zurückfahren lösen ließen. Das möchte ich für alle die noch nie in Norge waren kurz erläutern. Wenn man beim Grundangeln im Meer einen heftigen Hänger hat und in einem eigenen Boot sitzt, kann man versuchen durch Gegenanfahren den Hänger zu lösen. Dazu fährt man einfach mit dem Boot gegen die Strömung einfach über die Stelle an der man fest sitzt drüber weg und versucht von der gegenüberliegenden Seite den Hänger zu lösen. Was zu 80 Prozent auch funzt.
Viele der Hänger die wir beim Bergauf driften hatten, entpuppten sich aber auch als Fisch. So fingen wir an diesem Tag neben 9 Leng unseren ersten kleinen Steinbeißer und einen Lumb von 80 Zentimeter.
Als so gegen 11 Uhr das Wasser voll am ablaufen war und der Planet Sonne uns auf unsere Köpfe brannte, haben wir den Angelvormittag beendet und die Heimfahrt angetreten.
Am Abend sind wir dann noch einmal mit unseren Frauen draußen gewesen, aber außer einer kapitalen Seegurke von Karola geangelt und einem kleinen Blaumaul, hat sich kein Fisch an unsere Angeln verirrt.

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Der nächste Tag begann wie der letzte aufgehört hatte. Sonne, Sonne und noch mehr Sonne. Bei den Temperaturen hat man echt keine Lust irgend etwas zu unternehmen. Ja sogar das Angeln macht keinen Spaß bei dem Wetter. So sind wir baden gewesen, in einer schönen Badebucht gleich in der Nähe unseres Urlaubshauses. So eine schöne sandige flache Badebucht hat man in Norge normal nur auf Karmöy. Den Kindern hat es gut gefallen und das Wasser war richtig warm, viel zu warm für norwegische Verhältnisse.
Gegen Abend zum Sonnenuntergang sind Matthias und ich dann doch noch mal zum angeln gewesen. Die große Hitze war vorbei und nachdem ich Stuffel und seine Familie, die inzwischen angekommen waren begrüßt hatte, sind wir dann auf den Fjord gefahren. Stuffel wollte noch nachkommen, hatte es dann aber doch vorgezogen beim ersten mal in Hafennähe zu bleiben. Was ja auch vernünftig ist.
Wir hatten aber wieder „unsere“ erfolgreiche Kante angesteuert und sollten auch an diesem Abend nicht enttäuscht werden. Der Wind drehte hin und her kam aus allen möglichen Richtungen, mal stärker auch mal gar nicht, so dass man gar nicht bestimmt sagen konnte wo die nächste Drift lang geht. Das war zwar ein wenig nervend aber nicht weiter schlimm. Dank dem GPS Gerät konnten wir die erfolgreichen Stellen immer genau ansteuern. Wir fingen zwar nicht mehr so viel Fische von der Anzahl her, aber das muß ja auch nicht sein. Dafür haben wir neben kleinen Schellfischen wieder einige Leng und Lumb überlisten können.

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Für den kommenden Tag hatten wir uns wieder eine Wanderung vorgenommen. Es sollte wieder zum Folgefonngletscher gehen. Diesmal aber sollte es eine lange und harte Wanderung zum Bondhusbreen werden. Das ist eine Gletscherzunge, welche sich vom Gletscher in das Tal bei Sundal am Maurangerfjord erstreckt. Die Wanderung war natürlich wieder sehr schön,

aber angesichts der immer noch hohen Temperaturen auch sehr anstrengend. Wir haben es aber zum ersten mal, bei unserer dritten Gletscherwanderung geschafft bis direkt an das Eis zu klettern.

 

Die Aussicht von da oben war einfach schön.

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Am kommenden Tag waren wir wieder auf dem Fjord und hatten Stuffel unseren Nachbarn mitgenommen. Für Matthias war der Tag sehr erfolgreich. Er fing seinen Rekord Lumb von 85 Zentimeter und einen Steinbeißer von 91 Zentimeter und 14 Pfund. Ich hatte 2 Leng und Stuffel leider alle seine Fische im Drill verloren. Aber er sollte seine Highlights auch noch erleben.

Der größte Steinbeißer.

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mein großer Lumb

Die folgenden Tage vergingen einer wie der andere, irgendwie wie im Fluge. Wir sind wandern gewesen, waren in Bergen und natürlich auch noch reichlich angeln. Das Wetter war immer sonnig und viel zu warm.
An unserem vorletzten Tag sollte unser letzter Angelausflug steigen. Ich fuhr mit Matthias los und Stuffel mit seinem Vater kamen auch kurze Zeit später nach. An diesem Tag hatten wir noch einige schöne Leng und ich konnte

Stuffels Heilbutt

meinen Rekord bei Lumb einstellen und auf 87 Zentimeter bei 16 Pfund erhöhen. Das war schon ein starker Drill. So einen Fisch aus 100 Meter Tiefe hochzupumpen ist schon ganz was besonderes. Aber Dank meiner ABU 10000 C war das kein größeres Problem.

Plötzlich hörten wir über den Fjord aus einem halben Kilometer Entfernung ein lautes „Juchhuuuuu“. Das muß Stuffel gewesen sein. Aus der Entfernung konnten wir was großes weißes erkennen, mehr aber nicht. Neugierig wie wir nun mal sind, mussten Mathias und ich das natürlich genau wissen und weil bei uns an der Kante eh nicht mehr viel ging sind wir auf das Plato gefahren wo Stuffel und sein Daddy fischten. Beim annähern konnten wir live miterleben wie Stuffel einen super Biss hatte, doch nach zwei oder drei Pumpbewegungen war die Rute wieder gerade. Mißt dachte ich und Stuffel bestimmt auch, aber wie es bei Räubern ist, lässt man den Köder natürlich gleich wieder zum Grund. So tat Stuffel es auch und „peng“ war die Rute wieder krumm. Nu gings aber drum. 80 Meter war es tief und Stuffel gab alles. Als der Fisch an der Oberfläche war stellte sich heraus das auch Stuffel einen Heilbutt hatte. Beim gaffen ging es dann fast auch wie bei mir vor einer Woche. Erster Versuch und es folgte eine heftige Flucht des Heilbutt. Gott sei Dank war dieser Heilbutt aber besser gehakt und hatte keine Chance auszusteigen. Beim zweiten Versuch klappte dann auch das gaffen und Stuffel hatte einen stattlichen Heilbutt von ca. 80 Zentimeter im Boot.

Nach dieser ganzen Action konnten wir dann auch den Grund des lauten „Juchhuuuuu“ bestaunen. Das war nämlich ein Leng von genau einem Meter und 12 Pfund welchen Stuffels Daddy an seinen Haken locken konnte. Glücklich wie wir mit unseren großen Fischen alle wahren, fuhren wir nach Hause, denn wir hatten wieder einmal eine ganze Menge Fische zu verarbeiten.

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Als nächstes stand unser zweites Familienangeln auf dem Plan. Weil unser Freunde eine Fahrt auf das Festland geplant hatten haben wir die Gunst der Stunde genutzt und sind mit dem Boot in Familie zum angeln gefahren. Die Makrelen hatte ich am Morgen vor dem Frühstück geblinkert also konnte es gleich losgehen. Peter, Hannes und Karola wollten doch auch noch „so einen großen Fisch“ angeln. Da dies gleichzeitig unser letzter Angelausflug war haben wir uns natürlich richtig angestrengt um die Wünsche nach Möglichkeit auch zu erfüllen. Ich hatte für Karola meine zweite 30 Ibs Rute mit Nachläufermontage montiert und Peter bekam meine 300 Gramm Pilke. Damit wollte ich gleich mal was neues ausprobieren. Ich nahm einen 400 Gramm Pilker und entfernet den Drilling. An dessen Stelle montierte ich ein 10 Zentimeter langes Stahlvorfach mit 7,0er Einzelhaken bestückt mit saftigem Makrelenfilet. Auf dem Plato wo schon so viele gute Fische gefangen wurden ließen wir dann die Köder das erste mal in das 80 Meter tiefe Wasser sausen.

Peter mit Lumb

Es ging auch recht schnell bis die ersten Fische in das Boot gehoben wurden. Als erster hatte Peter einen ca. 60 Zentimeter großen Flügelbutt. Kurze Zeit später hatte ich auch einen. In der Folge ging es Schlag auf Schlag. Innerhalb kürzester Zeit fingen wir sechs gute Flügelbutt. Das schien ein richtig guter Plattfischtag zu werden. Leider konnten aber Karola und Hannes noch gar keinen Erfolg vermelden. So angelten wir und erzählten wie schön doch dieser Urlaub war. Ich konnte noch zwei Leng aus der Tiefe hochdrillen als plötzlich Peter laut wurde. Mama, Mama da ist was. Zu dem Zeitpunkt fischte Peter gerade mit der Pilkrute. Junge war die Rute krumm dachte ich. Das muß einer von den großen sein. Peter gab sich auch große Mühe und machte nicht schlapp. Nach ca. 5 Minuten lag dann ein schöner dicker Lumb von 72 Zentimeter und 8 Pf in unserem Boot.

Natürlich war Peter stolz wie Oscar und weil er sich jetzt sowieso erst mal ausruhen wollte übernahm Hannes nun diese scheinbar so erfolgreiche Angel mit dem „Nachläuferpilker“. Es dauerte auch gar nicht lange da schrie Hannes plötzlich auf. Auch bei Ihm war die Rute krumm und es war definitiv dieses mal kein Hänger denn alle Bisse die Hannes bis dahin hatte stellten sich leider als Hänger heraus. Die Rute verneigte sich Richtung Wasseroberfläche und nickte immer so als wenn da unten einer im gleichmäßigen Rhythmus dran ziehen würde. Natürlich wollte Hannes seinem Bruder in nichts nachstehen und drillte den Fisch ganz alleine. Während Hannes alles gab, rätselten wir so, was das sein könnte. Ich vermutete es würde ein Lumb sein wegen den heftigen Fluchten. Karola tippte auf Leng und Hannes wollte unbedingt einen Steinbeißer haben. Na mal sehen. Wir ließen uns überraschen. Nach einiger Zeit, Hannes konnte kaum noch vor Erschöpfung kurbeln, nur durch unsere Anfeuerung hielt er noch durch, konnte ich eine große weiße Fläche im Wasser sehen. Das wird doch wohl nicht....? Doch das ist .... „ein Heiiiilbutt“!!!

Oh man, da freuten wir uns natürlich alle zusammen, dass wir nach meinem Pech am Anfang doch noch zu unserem Heilbutt gekommen sind. Es war zwar noch ein  Heilbuttkind mit seinen 61 Zentimetern, aber natürlich war das etwas ganz besonderes. Wir haben es dann noch eine Stunde weiter versucht, denn nur Karola hatte noch keinen „großen Fisch“.

und Hannes mit seinem Heilbutt

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Das Ergebnis einen schönen Angeltages

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Bei dem Versuch ist es dann leider auch geblieben, denn durch das inzwischen eingetretene Niedrigwasser war absolut kein Fisch mehr an unsere Angel zu bringen. Schade, aber was soll es, beim nächsten mal ist dann Karola wieder dran. Glücklich über die Fische und erschöpft durch Anstrengung und Hitze fuhren wir wieder nach Hause.

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Am nächsten Tag war nach einem kurzen Ausflug zu einer Fischfabrik Sachen packen angesagt. Wir hatten inzwischen den 12. August und unsere Abreise sollte am 13. August stattfinden. So war es zumindest geplant, denn auch unser Haus war bist zum 13. 8. gebucht. Als wir nun so beim packen waren und ich beim entsalzen des Angelgeschirrs, stellte Karola fest, dass unsere Fähre in einer Stunde in Bergen ablegt.
Wat??? Ja echt! Warum?
In der Tat fuhr unsere Fähre am 12. 8. ab Bergen, aber weil unser Haus bis zum 13. gebucht war, stand für uns immer der 13. als Abreisetag fest. Das war zwar eine ziemliche Überraschung und Hektik war angesagt, aber am Ende wurde dann doch noch alles gut. Nach einem Gespräch mit unserem netten Vermieter, der auch sämtliche Telefonate übernahm, buchten wir unsere Abreise um und hatten nun noch zwei Tage mehr Urlaub auf der schönen Insel.
Natürlich konnte ich meine liebe Frau davon überzeugen, dass ich am nächsten Tag dann auch noch unbedingt einmal angeln fahren muß. Gesagt getan. Meine Bootsrute habe ich noch nicht eingepackt gehabt und so fragte ich Stuffel ob ich am nächsten Tag mit ihm und seinem Vater zum angeln mit kann. Unser Boot war nämlich schon sauber und der Tank fast trocken. Am frühen Morgen ging ich dann wie immer los und holte 7 Makrelen aus dem Hafen. Ging auch ruck zuck dieses mal und nachdem Stuffel ausgeschlafen hatte (es war schon 12:00Uhr) ;-))) ging es dann endlich los.

Danke Stuffel!

Zum ultimativen Abschlussangeln! Wieder ging es auf das Plato. Da ich dieses mal nur der Mitfahrer war konnte ich die Ködermakrele schon unterwegs filetieren und auch meine Montage vorbereiten und beködern. Am Fangplatz angekommen, war bei mir natürlich schon alles vorbereitet und ich konnte sofort meinen Köder zum Grund sausen lassen.
Bub „da isser unten“ und während ich so zusah wie Stuffel seinen Haken bestückte riss mir da irgend was oder irgend wer fast die Rute aus der Hand. Ich setzte einen Anschlag und war plötzlich voll bei der Arbeit wo doch Stuffel und sein Daddy noch gar nicht den Köder im Wasser hatten. Einen Augenblick hat auch dieser Drill gedauert und dann konnte Stuffel einen schönen Leng von 99 Zentimeter und 11 Pfund mit seinem Gaff landen.
Nach einer kurzen Pause ging es weiter und ich hatte während der nächsten zwei Driften noch zwei schöne Leng. Leider musste Stuffel an diesem Tag als Schneider nach Hause fahren, dafür hatte aber sein Vater noch einen Leng fangen können. Einer muß ja die Familienehre hochhalten. ;-)))
Nun war aber wirklich Schluss und am nächsten Tag ging es mit zweiTagen Verspätung ab in Richtung Heimat.

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Bergen beim wegfahren

Die Rückreise war zum Urlaubsabschluss noch einmal richtig schön. Die Fähre brachte uns bis in die Nacht durch die Fjorde und Schären von Norwegen als wäre es eine Kreuzfahrt. In der Nähe von Haugesund konnten wir den Sonnenuntergang über dem Meer bestaunen. Das war schon toll.
Damit endet dann auch mein etwas größer ausgefallener Urlaubsbericht von diesem Jahr, denn über die Fahrt durch Dänemark brauch ich wohl nicht mehr viel schreiben. Das haben die meisten von euch selber schon erlebt.

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An dieser Stelle möchte ich mich dann noch bei Elchferien für die gute Organisation und unserem sehr netten Vermieter Herr Djuvsland bedanken, für die schöne Zeit in seinem Ferienhaus und die Hilfe bei unserem Problem mit der Fähre. Außerdem bei unserem Nachbarn Stuffel und seiner Familie mit denen wir ein paar sehr schöne Tage hatten.

 

(c) 2002 Meeresangler-Schwerin

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