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Wir
hatten uns vorgenommen nicht immer nur nach Norwegen zu fahren, sondern
wollten auch mal was anderes kennen lernen. So kam ich auf die Idee, wie wäre
es mal mit Irland. Meine Frau fand die Idee nicht schlecht und so ging die
Planerei los. Am Meer sollte es sein ganz klar. Ist eben meine große
Leidenschaft die Meeresangelei. Zwei befreundete Familien bekundeten auch
gleich Interesse und wollten sich uns anschließen. Also waren wir schon zu
dritt. Ich forderte mir von mehreren Reiseveranstaltern Unterlagen an und wir
wurden bei Andree`s Angelreisen dann fündig.
Valentia
Island hatten wir uns ausgesucht das ist im Südwesten von Irland, eine Insel
direkt am Atlantik. Eine wunderschöne Insel mit einer fantastischen Küstenlinie
und den saftigen Wiesen wie man sie von Bildern kennt.
Die
Anreise verlief ganz gut, wir waren zwei Tage unterwegs mit Übernachtung in
Calais. Von Calais nach Dover fuhren wir mit der Fähre und dann weiter nach
Swansea, da fuhr wiederum eine Fähre ab, Richtung Cork. Von Cork hatten wir
dann noch 3 Stunden Auto zu fahren und waren endlich im Urlaub.
Nachdem
unsere Sachen ausgepackt waren wollten wir natürlich erst mal einen der berühmten
Pub`s kennen lernen und fuhren nach Portmagee. Ich muss sagen die Atmosphäre
in solch einem Pub ist fantastisch und das Guinness ist echt toll. Abends war
dann noch Livemusik mit Tanz das gab unserer Begeisterung dann den Rest.
Absolut irre wie die tanzen das muss man erst mal Live gesehen haben.
Am
kommenden Tag war dann Einweisung von unserem Guide Artur Usinger in die
Angelwelt von Valentia Island. Er hat uns alle Angelstellen gezeigt wo man von
Land den Schuppenträgern nachstellen kann und wie wir das anstellen sollten.
Die beste Angelstelle auf der Insel war dabei der Callou Felsen
(Makrelenfelsen), das ist ein Felsvorsprung ca 6-10 Meter über der
Wasseroberfläche. Je nach Wasserstand versteht sich. Von dort wird nun mit
Brandungsruten gepilkt. 100 Gramm Pilker ohne Drilling mit Makrelenvorfach
volle Pulle rausgefeuert und gleich gepilkt weil die Makrelen unterschiedlich
tief stehen. So und dann ging das aber ab. 5 dicke Makrelen an der Angel bei
der Höhe über dem Wasser, wie sollte das gut gehen, aber mit den
Brandungsruten kein Problem. Anstrengend war das natürlich mit den langen
Ruten zu pilken hat aber wiederum viel Spaß bereitet.
Unser
Hauptanliegen war ja auf diesem Felsen immer so viele Makrelen wie möglich zu
fangen wiel wir die zur Zubereitung von Rubby Dubby und als Köder benötigten
zum Hochseeangeln.
Unser
erste Ausfahrt auf den Atlantik haben wir dann mit unseren kompletten Familien
bei wunderschönem Wetter genossen. Die Kinder haben geangelt wie die Alten.
Dicke Pollack, Dorsche, Köhler und Makrelen. Ich habe versucht nach
Norwegenmanier am Grund mit Makrelenfilet zu fischen was auch sehr erfolgreich
war. Ich hatte einige schöne Leng und reichlich Katzenhaie und Rochen.
Die
nächste Ausfahrt ging dann gezielt auf Blauhai. Wir fuhren mit unserem
Skipper A. Usinger zwei ganze Stunden auf den Atlantik hinaus. Bei einer
Wassertiefe von 100 Meter stoppte er das Boot. Flacher brauch man das nicht
versuchen da ist kein Hai sagte er uns. Nun wurde das Rubby Dubby vorbereitet
und die Köder zu Wasser gelassen.
Rubby
Dubby ist ein gefüllter Zwiebelsack mit zerhackten Makrelen, Codlever Oil
(Lebertran) und Semmelmehl welches die Duftstoffe aufnimmt und im Wasser
verteilt. Der Sack wird dann so Außenbords gehängt das er immer mal ins
Wasser eintaucht und Duftstoffe frei gibt.
So zieht man eine Duftspur durch den Atlantik wovon die Blauhaie
angelockt werden.
Als
Köder benutzten wir eine ganze Makrele auf einem 12,0 Haken mit 4 Meter
langem Stahlvorfach von 80 kg. Das
ganze wurde dann so ca 7m ins Wasser gelassen und als Schwimmer kam ein
10cm X 30cm Streifen Styropor zum Einsatz. Die Angelschnur wurde
mehrfach um dieses Stück Styropor herumgewickelt bis es hielt. So und nun den
Schwimmer einfach vom Boot 20
Meter wegtreiben lassen und aufpassen. Zusätzlich zum Rubby Dubby hat Artur
dann noch eine Duftspur von frischen Makrelenblut und Fleischstücken gezogen
in dem er eine Makrele nach der anderen an Bord zertreten und zermalmt hat mit
den Füßen. Durch das Wasser das ständig durch den Seegang auf Bord hin und
her schwappte wurde dann das Blut Stück für Stück in die See befördert.
Darum brauchten wir auch so viele Makrelen, auf diese Weise hat Artur 100
Makrelen die wir vor der Ausfahrt fangen sollten verarbeitet.
Nach
2 Stunden war es dann soweit. Plötzlich verschwand mein Schwimmer, da
erkannte ich auch den Sinn des Styropor der Zug der Schnur zerschnitt
das Styropor und die Schnur war frei. Kein Wiederstand mehr der den
Drill hätte beeinflussen können. Dieser Drill war aber auch schnell vorbei
denn es hing nur ein Hai von 1,5 Meter am Haken. Das war noch nicht das was
wir wollten also ging es weiter. Frische Makrele auf den haken und ab dafür.
Wieder
2 Stunden später. Ich sah plötzlich einen Wasserschwall und ein Rückenflosse
neben meinem Schwimmer, echt wie im Film. Das Herz schlug bis zum Hals. Dann
kam was erwartet wurde, mit einem Blubb verschwand mein Schwimmer und kam
zweigeteilt wieder hoch. Meine Penn Senator 6,0 (war im Freilauf) an der 80
lbs Bootsrute drehte los. Der Hai zog so 50-70m Schnur von der Rolle bis er
zum fressen anhielt. Jetzt durfte man nicht zu früh anschlagen aber auch
nicht zu lange warten denn wenn der Hai den Köder ganz geschluckt hat lässt
er sich hochpumpen wie einen Eimer. Nur wenn der Haken im Maul sitzt wird es
ein Drill. Gott sei dank war das bei meinem Hai der Fall. Ich hatte im
richtigen Moment Fühlung aufgenommen und zwei mal kräftig angeschlagen. So
jetzt die Bremse richtig eingestellt und auf in den Kampf. Der Hai zog nun
noch ein mal so 70 Meter Schnur von der Rolle diesmal aber bei geschlossener
Rolle und zum Halbkreis gebogener Rute. Der Skipper sagte sogleich „das ist
ein Dicker“. Von nun an ging es so eine halbe Stunde hin und her. Mal bekam
ich 50 Meter Schnur dann holte sich der Hai die Schnur zurück. Irgend wann
wurden die Fluchten kürzer und kraftloser so das der Skipper kurze Zeit später
einen wunderschönen Blauhai von über 2 Meter an Bord hievte.
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