|
Meerforellenangeln auf der Insel Als (Dänemark) von Torsten Schulz |
|
Moin,
Moin! Montag,
05.00 Uhr. |
|
| Dort
fischte ich bis 10.00 ohne irgendwelche Anzeichen, daß es in der dänischen
Ostsee Fische, egal welcher Spezies, gibt. Ich ruhte meine müden Knochen auf einer Bank aus und schlürfte ´n büschn Koffein rein, als ich einen Kutter, von See kommend ins "Horup Hav", den fjordartigen Sund der Kegnaes fast vollständig von Als trennt, einlaufen sah. Der in fröhlichem rostbraun leuchtende Pott, eigentlich war er mal hellblau, schipperte in Schleichfahrt am jenseitigen Festlandsufer immer weiter ins Hav hinein. "Komische Nummer das....was will der hier? Im Windschatten schlachten? Nee..keine Möwen überm Schiff." Schließlich zuckelte der Seelenverkäufer gaaanz langsam, im großen Bogen auf´s diesseitige Ufer zu. |
| Hinzuzufügen
ist, dass auf "meiner" Seite zwei Stellnetze in ca. 150m
Entfernung standen. Der Kahn lavierte ums letzte Netz herum und fuhr
wieder, parallel zum Ufer, in Richtung offene See. Er war jetzt noch allerhöchstens 100m vom Spülsaum entfernt, dort läuft, an dieser Küste, etwa die 10m Linie. Ich witterte Unrat! "Der wird doch nicht etwa....?" Doch! Als er auf meiner Höhe war, konnte ich deutlich die straff gespannten Schlepptrossen achteraus sehen!! Die Kackstelze trawlte doch tatsächlich im Uferbereich, zwischen den Stellnetzen und dem Land!! Mir fiel fast die Kippe aus dem Schnabel. Habe schon so einige Sauereien erlebt, aber das führt die Skala konkurrenzlos an! Mir gingen Sachen durch den Kopf, die ich besser nicht wiedergebe ("...Blut und Mord....so lasset denn los die Hunde des Krieges!".....und so ähnlich) Jetzt wurde mir so einiges klar! Kein Leben im Wasser wie denn auch???!!! Vor mich hin fluchend stapfte ich zum Auto, fest entschlossen nach Sonderborg zu fahren um den Schmierhals anzuzeigen. Bloß wie? Backbordseitig keine Reg. -Nr., keine Flagge gesetzt (Däne? Deutscher? Maori? Australier?) und natürlich keine Kennung zu sehen die anzeigt das er mit Fangerät Fahrt macht. Zufälle gibt´s!! Mir schmeckte das Frühstück nicht........ Dienstag und Mittwoch versuchte ich mein Glück weiter nördlich an der Westseite am "Stevning Naes" erfolglos. Der Wind immer noch stark, immer noch kalt immer....ihr wisst schon. Donnerstag schmollte ich....zumindest vormittags. Dann hielt`s mich nicht mehr auf der Couch. Der Wind flaute ab. Immer noch östlich, immer noch..... aber egal. Ab an die Ostküste. Ich fischte auf "meinem" Riff bis weit in die Nacht hinein und fing....ein Dörschlein das sich todesmutig auf den Wobbler stürzte. Mir fielen fast die Finger ab, nachdem ich den Kleinen, im Wasser, vom Haken befreit hatte. Aber es war jetzt fast windstill. Sollte er drehen? Zurück auf Hütte die Glotze an und Wetterbericht eingeholt: Nord/Nordost, schwach windig. Nord??!! Ach du Schei...be!! Aber nur schwacher Wind.... Freitag 05.50Uhr. Mist...verpennt!! Rein in den Thermooverall, den Kaffetank vollgemacht und ab. Auf´m Parkplatz am Poels Rev stand nur ein deutsches WohMo, allerdings lag die Besatzung noch in tiefem Schlummer. Rein in die Neoprener, Rute zusammen, kurzer Fussmarsch und Lage gepeilt. Kaum spürbare, warme Brise aus Nord! Leichte, südliche Strömung, schwache Bewölkung und erstes Rot am Horizont. Ich pirschte zum Wasser und fischte den Uferbereich des Riffs ab.....Da! Unmittelbar vor den letzten, unter Wasser liegenden Steinen der Buhne die den Anfang des Riffs markiert, durchbricht ein breiter, ein seeehr breiter Rücken die Wasseroberfläche! Lässig tauchte die große Mefo wieder ab. Keine 10m entfernt! Die plumpen Annäherungsversuche des schwarzen "Gladsax-Fiske" ignorierte sie natürlich. Ich fischte noch ca. 15 Min mit trockenen Stiefeln weiter und watete dann, so leise wie möglich, auf den Riffrücken. Clara linste zur Hälfte über die Kimm und meinen, vielleicht 10. "gewateten" Wurf feuerte ich Richtung Morgenrot, halblinks ins tiefe Wasser. Peng!! Die Rute knallte mir an die linke Schulter....satter Widerstand, dumpfe, ruhige Kopfstösse. Endlich! Definitiv kein Dorsch! Da wälzte sie sich schon an der Oberfläche und peitschte das Wasser mit der Schwanzflosse. Ein guter Fisch! Sie pfiff nach links in die angrenzende "Badewanne" und holte sich ein paar Meter Schnur. Dort, im tiefen Freiwasser drillte ich sie aus und ließ sie dann in den Kescher rutschen. Ein strammer, gut genährter Milchner, 58cm lang und 2,5kg schwer. `Ne richtige Kampfkugel! Na also! Schwer verdienter Fisch. Nach der Versorgung der Beute schnell weitergemacht. Forellen dieser Größe sind nicht selten in kleinen Trupps unterw... Widerstand, Anhieb!! Sofort kam sie steil aus dem Wasser, schüttelte den Schädel wie mein Terrier wenn er ´ne Ratte knautscht....und war den Wobbler los! Schiet!!!! Kaffepause,
Zigarettchen und freuen war angesagt. Es war mittlerweile hell geworden
und ich wechselte den Köder. (Jensen "Tobis" grün/silber
20g).
|
|
|
|
.....konnte
ich mehr als zufrieden sein!!
|
|
|
|
.....hinsetzen,
Blick auf die Uhr. kurz nach fünf, also rund zwanzig Minuten hat sie
mich "gekostet". Nicht übel!! ´Ne Muck Kaffe und einen
Sargnagel ins Gesicht. Warum zittern meine Hände denn so? Bekomme kaum
das Zippo in Gang. Da lag sie nun. 74cm lang, die Waage stoppte knapp
unter der 5,5kg-Marke. Ist nicht meine erste diesen Kalibers und auch
nicht meine Größte, aber keine andere Küstenforelle hat mir einen
derart furiosen Drill geliefert wie dieses bullige, stiernackige
Powerpack der dänischen Südsee! Ein Fisch vom typischen fünischen
Schlag, kompakt und vor Kraft strotzend! Das sie die starke Strömung
geschickt nutzte, um mir das Leben schwer zu machen, ist nur
legitim....im Drill und in der Liebe ist alles erlaubt.
|
|
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
(c) 2002 Meeresangler-Schwerin
