Das entstehen von Ebbe und Flut auch Gezeiten oder Tide genannt.

 
   

 

Jeder der schon einmal einen Tag oder länger am Meer war hat sicher bemerkt das da wo eben noch Wasser war ein paar Stunden später nur noch Sand oder Steine zu sehen sind (Niedrigwasser). Noch ein paar Stunden weiter ist wieder alles mit Wasser bedeckt (Hochwasser). Wie kommt es dazu?
Diese so genannten Gezeiten entstehen durch das Zusammenspiel von Erde, Mond und Sonne wobei sich der Mond auf einer gleich bleibenden Bahn um die Erde bewegt. Für eine solche Erdumrundung benötigt der Mond einen Monat während sich die Erde alle 24 Stunden einmal um sich selbst dreht.
Erde und auch Mond umkreisen beide einmal im Jahr die Sonne. Alle anderen Planeten in unserem Sonnensystem spielen zwar für die Gezeiten keine Rolle halten aber mit ihrer Gravitation das gesamte Sonnensystem im Gleichgewicht und wirken so auch auf die enormen Wassermassen der Weltmeere.
Da der Mond der Erde sehr viel näher ist als die Sonne hat er den größeren Einfluss auf die Entstehung der Gezeiten auf der Erde als die massenreich doch überlegene Sonne.
Durch die Anziehungskraft des Mondes werden die beweglichen Wassermassen der Weltmeere dort zu einem Flutberg aufgetürmt wo der Mond der Erde am nächsten ist. Aber auch auf der gegenüberliegenden, Mondabgewandten Seite der Erde wo die Anziehungskraft am geringsten ist bildet sich ein solcher Flutberg.  Dazu kommt es weil die dort verbleibenden Wassermassen durch die kleinere Erdschwerkraft weniger stark angezogen werden.
Der Zeitraum wo das Wasser aufläuft vom Niedrigwasser zum Hochwasser nennt man Flut. Das fallen vom Hochwasser zum Niedrigwasser nennt man Ebbe.
Ebbe und Flut zusammen genommen bildet eine Tide.
Wenn Sonne, Mond und Erde hintereinander stehen dann summieren sich die Gezeitenerzeugenden Kräfte von Sonne und Mond zu einem besonders hohen Hochwasser. Auch Springtide genannt.
Wenn aber Erde, Mond und Sonne im rechten Winkel zueinander stehen dann heben sich die Anziehungskräfte von Sonne und Mond fast auf so das so genannte Nipptiden entstehen.
Durch dieses Zusammenspiel von Erde, Mond und Sonne entstehen immer bei Vollmond oder bei Neumond Springtiden und immer wenn der Mond im ersten und im letzten viertel zur Erde steht Nipptiden.
Da sich nun die Erde in 24 Stunden einmal um sich selbst dreht befindet sich jeder Punkt der Erde innerhalb dieser 24 Stunden einmal auf der dem Mond zugewandten und einmal auf der dem Mond abgewandten Seite der Erde, also in zwei Positionen wo ein so genannter Flutberg oder eine Gezeitenwelle entsteht.
Durch die verschiedenen Geschwindigkeiten von Erde und Mond auf ihrer Umlaufbahn und die dadurch verschieden entstehenden Anziehungskräfte entsteht eine Zeitdifferenz welche 1/28 eines Erdentages oder rund 50 Minuten ausmacht. Um genau diese Zeit verspätet sich die Gezeit von Tag zu Tag. Da jeden Tag zwei Gezeiten eintreten beträgt der Zeitunterschied einer Tide etwa 12 Stunden und 25 Minuten.
Für uns Angler reicht es zu wissen das sechs Stunden nach dem Hochwasser das Niedrigwasser kommt. ;-)
 

 

 

(c) 2006 Meeresangler-Schwerin

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